Unsere Vereinigung

Die Schweizerische Vereinigung Bewährungshilfe und Soziale Arbeit in der Justiz, prosaj, ist ein Fachverband, der allen darin zusammen geschlossenen Personen und Institutionen als gemeinsame Plattform dient. Es sind alle kantonalen Bewährungsdienste der Vereinigung als Kollektivmitglieder angeschlossen. Verschiedene Mitarbeitende dieser Dienste sind Einzelmitglieder. Längerfristiges Ziel ist es, die in der Justiz tätigen Sozialdienste und ihre Mitarbeitenden in der Vereinigung zusammen zu schliessen. Die Entscheidung zur Öffnung der prosaj wurde an der Mitgliederversammlung 2001 in Freiburg getroffen, bereits im Hinblick auf die Auflagen des revidierten StGB in Bezug der sozialen Betreuung (in Kraft per 1.1.2007). Hier gilt es, bestehende Bestrebungen zu unterstützen und zur aktiven und nachhaltigen Umsetzung beizutragen.

Nach der erfolgten Umfrage unter den Mitgliedern und den Sozialdiensten der Strafanstalten zum 'Neuen Namen' der Vereinigung wurde anlässlich der Mitgliederversammlung vom 16. November 2007 der mehrheitlich unterstützte Vorschlag angenommen.

prosaj

Schweizerische Vereinigung Bewährungshilfe und Soziale Arbeit in der Justiz
Association Suisse de Probation et de Travail Social dans la Justice
Associazione Svizzera del Patronato e del Lavoro Sociale nella Giustizia
Associaziun svizra da probaziun e da lavur sociala en la giustia

Zielsetzungen

Die Vereinigung hat sich vielfältige Ziele gesetzt. So sollen u.a.

  • die Bemühungen von straffälligen Menschen um soziales und straffreies Verhalten unterstützt werden
  • die Bewährungshilfe und die soziale Arbeit in der Justiz weiter entwickelt werden, die Zusammenarbeit zwischen den kantonalen Organen der Bewährungshilfe und den sozialen und agogischen Diensten, die im Strafvollzug tätig sind, verstärkt werden, entsprechend dem nStGB und der sozialen Betreuung (Vollzugsplan)
  • die Fort - und Weiterbildung der Mitglieder gefördert werden
  • die Beziehungen zu Behörden der Strafrechtspflege vertieft werden. Im Einzelnen sind die Zielsetzungen auch in den Statuten ersichtlich, die ebenfalls auf dieser Homepage zu finden sind.

Bisherige Aktivitäten

Um die genannten Ziele zu erreichen, werden Weiterbildungsveranstaltungen organisiert. Bisher wurden unter anderen folgende Themen an unseren Seminaren bearbeitet: 'Bewährungshilfe zwischen agogischen und therapeutischen Ansätzen; 'Schuldensanierung'; 'Das Schutzaufsichtsmandat heute'; 'Der Sozialbericht'; Entwicklung der Praxis im Rahmen des neuen StGB' und 2009 'Multikulturalität: eine Herausforderung für die Strafjustiz. Umgang mit anderen Kulturen in unserer Alltagspraxis.'. Bis Ende 2002 wurde regelmässig ein eigenes Bulletin redigiert, welches jeweils einem Schwerpunktthema gewidmet war. Als neue Kommunikationsplattform hat die Vereinigung seit April 2003 eine eigene Homepage. Zudem besteht ein Zusammenarbeitsvertrag mit der Schweizerischen Zeitschrift für Kriminologie (SZK). Schliesslich hat sich prosaj an den Vernehmlassungsverfahren zur Revision des allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches (StGBr) sowie zur Vereinheitlichung einer Schweizerischen Strafprozessordnung beteiligt.

Vernetzung

prosaj ist Mitglied und Ansprechpartner für die Schweiz der Conférence Permanente Européenne de la Probation (CEP). Unter dem Dach der CEP sind Bewährungsdienste zahlreicher Länder Europas vereinigt. Die CEP hat zum Ziel, den Informationsaustausch über die Gesetzgebung, die Rechtsprechung und die Sozialarbeit im Bereich des Strafvollzugs in Europa zu fördern, Lösungen für gemeinsame Probleme zu finden, Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen, einen Beitrag an wissenschaftliche Untersuchungen im Bereich Strafmassnahmen zu leisten, Konferenzen und Seminare zu veranstalten sowie Expertenwissen im Bereich der Weiterentwicklung von Strafmassnahmen zur Verfügung zu stellen (z.B. Konferenz 'WHAT WORKS' vom 14.und 14. März 2008 in Neuchâtel, organisiert durch prosaj). Die Schweiz organisierte die Generalversammlung 2004 der CEP in Lugano mit anschliessendem Seminar 'Kriminalität und Unsicherheit: Die Bewährungshilfe unter dem Einfluss von Medien und Politik'. Delegierter der Schweiz im Vorstand der CEP: Hans-Ulrich Bruni (Leiter Bewährungshilfe Basel-Stadt)

Aktivitäten

In den vergangenen Jahren waren u.a. folgende Aktivitäten auf der Agenda der prosaj:

  • Umsetzung des revidierten Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches unter besonderer Berücksichtigung der Bewährungshilfe
  • Mitgliederversammlungen und Seminare wie z.B. im Jahr 2009: 'Multikulturalität: eine Herausforderung für die Strafjustiz. Umgang mit anderen Kulturen in unserer Alltagspraxis.'
  • Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Statistik fortführen und entwickeln.

Arbeitsgruppen

Folgende Arbeitsgruppen sind unter der Federführung von prosaj tätig:

Weiterbildung: Neben dem zu organisierenden Seminar plant die Arbeitsgruppe, lmittelfristig ein Nachdiplomstudium zu realisieren.

Statistik: In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Statistik werden jährlich für die Bewährungshilfe relevante Daten erhoben, ausgewertet und publiziert. Neue elektronische Erhebungsformen sind in Abklärung.

Kommunikation: Es werden Beiträge aus der Praxis der Bewährungshilfe für die SZK und das Bulletin der CEP geprüft und gegebenenfalls zur Publikation bereitgestellt. Zudem obliegt der Arbeitsgruppe die konzeptionelle Bewirtschaftung und Weiterentwicklung der Homepage.

Umsetzung Revision Allgemeiner Teil Strafgesetzbuch: Die gesetzlichen Grundlagen werden analysiert. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse sollen gemeinsame Empfehlungen an die Kantone abgegeben werden, wie die kantonalen Einführungsgesetze zu gestalten wären.

Internationale Konferenzen: Generalversammlung und Kongress CEP 2004: Die AG war für den gesamten logistischen Bereich der viertägigen Veranstaltung in Lugano zuständig und bereitete zudem das Seminar inhaltlich vor. Das Thema des Seminars lautete: „Criminalité et insécurité: La probation face aux médias et à la politique." / 'Kriminalität und Unsicherheit: Die Bewährungshilfe unter dem Einfluss von Medien und Politik.' Zum wissenschaftlichen Ansatz 'WHAT WORKS'  wurde im März 2008 eine sehr erfolgreiche Konferenz in Neuchâtel durchgeführt, in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Statistik und der CEP.

Integration: Das langfristige grosse Ziel der übergreifenden Integration aller Sozialdienste in der Justiz kann auch in wichtigen Einzelbereichen angegangen werden und setzt Überlegungen voraus, alle Interessenkreise zu berücksichtigen und das Vorgehen abzustimmen. Die Förderung der Zusammenarbeit liegt im Interesse eines zukunftsgerichteten Strafvollzuges. Vernetzung und Koordination sind Stichworte dazu.

Ständige Konferenzen

Die folgenden beiden ständigen Konferenzen waren bzw. sind aktiv :

ACSPR: Association des Collaborateurs des services de probation romands et tessinois. Die ständigeKonferenz der Mitarbeitenden war ausschliesslich in der Romandie aktiv. Die ACSPR wurde an ihrerMitgliederversammlung vom 1.9.2005 aufgelöst. Die verbliebenen liquiden Mittel wurden, mit Einverständnis der Mitgliederversammlung der prosaj vom 8.11.2005, in die prosaj übergeführt mit der verbindlichen Auflage, diese ausschliesslich für den Bereich Weiterbildung einzusetzen. Der Vorstand der prosaj, zusammen mit den Arbeitsgruppen Integration und Kommunikation, setzt sich auch eine dichte Vernetzung der Sozialdienste in der Justiz zum Ziel,unterstützt und entwickelt daher weiterhin die Absichten der (ehemaligen) ACSPR auch zukünftig.

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